Simon Goldberger Preis für das Projekt an Musik.Gedenk.Schule

Simon Goldberger – Letzter Rabbiner der Synagoge Kobersdorf

Simon Goldberger wurde am 3. Juli 1908 im ostungarischen Mád als Zweitältester von insgesamt acht Geschwistern geboren. 1934 – also mit nur 26 Jahren – wurde er zum Rabbiner von Kobersdorf bestellt. Dort heiratete er noch im selben Jahr die Tochter seines Vorgängers, Paula (Perl) Lipschütz. Die beiden hatten in Kobersdorf drei Söhne: Lazar (1935), Hermann (1936) und Isidor (1938).

Am 20. April 1938 wurde die gesamte Familie von lokalen Nationalsozialisten gewaltsam bei Neckenmarkt über die Grenze nach Ungarn abgeschoben. Rabbiner Goldberger wurde dabei schwer misshandelt.

Lange Zeit wusste man nicht mehr über das Schicksal des Rabbiners und seiner Familie, da sich seine Spur bis zum Jahr 1944, als alle Familienmitglieder nach Auschwitz deportiert wurden, verlor. Doch Recherchen der Burgenländischen Forschungsgesellschaft haben folgendes zu Tage gebracht:

Nach der Abschiebung 1938 fand die Familie zunächst in Sopron Aufnahme und lebte danach in Mád, Rákóczi ut. 269, also dem Geburtsort von Simon Goldberger und seiner Mutter Róza. 1940 wurde die Tochter Edit geboren und 1942 ein weiterer Sohn, Mozes. Damit bestand die Familie von Simon Goldberger jetzt aus sieben Personen.

Obwohl bereits 1940, also noch vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Ungarn, jüdische Familien aus Mád verschleppt und ab 1941 jüdische Burschen aus Mád zum Arbeitsdienst in die Ukraine einberufen wurden, waren die Jahre 1942-43 relativ ruhig. Unmittelbar nach den deutschen Einmarsch 1944 setzten jedoch die systematischen Deportationen ein. Die Juden von Mád wurden zunächst in der Synagoge festgehalten, wo die ca. 230 Personen drei Tage ausharren mussten, ehe sie in das zentrale Ghetto nach Sátoraljaújhely abtransportiert wurden. Von dort wurden sie anschließend in drei Gruppen nach Auschwitz gebracht.

Von den 230 Personen überlebten nur rund 30. Zu den Opfern gehörte auch die gesamte Familie Goldberger: Simon, seine Frau Paula, die Söhne Lazar, Hermann, Isidor und Mozes sowie die Tochter Edit. Sie wurden vermutlich alle am selben Tag, dem 15. Juni 1944, (wahrscheinlich unmittelbar nach der Ankunft) in Auschwitz ermordet. In der kürzlich neu renovierten Synagoge von Mád erinnern auf einer Gedenktafel ihre Namen an sie.

Text: Burgenländische Forschungsgesellschaft

In Gedenken an Simon Goldberger wird vom Land Burgenland der "Simon Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur“ vergeben.

Im Jahr 2025 wurden die Musikschulen Oberpullendorf und Deutschkreutz für das Projekt Musik.Gedenk.Schule, das gemeinsam mit der Initiative shalom.nachbar in Lockenhaus seit Oktober 2023 veranstaltet wird, mit dem Simon Goldberger Preis in der Kategorie Schule ausgezeichnet.